Fortbildung: Evolution und Schöpfungsmythen in WuN

(15.02.2018)

In den Schöpfungsmythen der Menschheit wird deutlich, dass Menschen seit jeher Erklärungen für die Entstehung der Welt und die Entwicklung bzw. Rolle des Menschen darin suchten. Seit der Antike und spätestens wieder seit der europäischen Aufklärung suchen Menschen aber auch naturwissenschaftlich basierte Antworten auf diese Fragen.

Im Fach Werte und Normen, so legt es das neue Kerncurriculum für die Sekundarstufe I fest, sollen Schülerinnen und Schüler „Schöpfungsmythen und naturwissenschaftliche Darstellungen der Entstehung des Menschen“ vergleichen (Leitthema „Aspekte von Religionen und Weltanschauungen“). Im Sachunterricht der Grundschule kommt das Thema Evolution jedoch nur indirekt vor und wird allenfalls randständig behandelt („Anpassung von Lebewesen an den Lebensraum erläutern“). An den weiterführenden Schulen sollen die Schülerinnen und Schüler im Fach Biologie am Ende der Jahrgangstufe 6 zwar die stammesgeschichtliche Verwandtschaft, das Verfahren der Züchtung und die Variation innerhalb von Arten kennengelernt haben – Evolution wird aber auch hier nicht explizit Thema des Unterrichts. Es ist daher zu erwarten, dass den Lernenden das nötige Vorwissen über die Kernideen der Evolution fehlt.
Daher soll im ersten Teil dieser Fortbildung zunächst ein kurzer theoretischer Überblick über die Kernaspekte des Themas Evolution gegeben werden. Zudem werden typische Alltagsvorstellungen und Lernhindernisse von Lernenden beschrieben sowie mögliche Lösungswege aufgezeigt. Hierbei spielt auch der Umgang mit kreationistischen Ideen eine Rolle, die dem Anspruch einer wissenschaftlichen Erklärung und Deutung der Welt widersprechen, aber dennoch auch in aufgeklärten Gesellschaften Vertreter finden.

Im zweiten Teil der Fortbildung werden für die Altersstufe angemessene Materialien vorgestellt, ausprobiert und diskutiert, mit denen einzelne Aspekte des Themas Evolution sowie der Themenbereich „Evolution und Schöpfungsmythen“ im Kontext des Faches Werte und Normen spielerisch und anschaulich behandeln werden können.

Die Referentinnen:
* Anna Beniermann, Science Center turmdersinne, Biologiedidaktikerin und Museumsleiterin

* Kirsten Greiten, Justus-Liebig-Universität Gießen, Biologiedidaktikerin und Grundschullehrerin

Termin: Freitag, 16.02.2018. 10:00 bis 13:00 Uhr
Fachverband Werrte und Normen
Otto-Brenner-Str. 22   301659 Hannover